Sei dabei wenn Graz:Erzählt – Das Storytelling Festival


Geschichten begleiten jeden von uns schon von Klein auf. Jeden Tag hören oder lesen wir neue Storys, manche davon wirken auf uns positiv und manche negativ. Doch eines ist sicher, wir alle lieben Geschichten.

Um das Geschichtenerzählen zu feiern findet vom 11. bis zum 16.Mai in Graz das 29. internationale Storytelling Festival unter dem Namen Graz:Erzählt statt. Verschiedenste internationale Erzählkünstler treten auf die Grazer Bühnen und fesseln so Zuschauer mit ihrer Kunst des Erzählens. Neben dem klassischen Geschichtenerzählen findet sich auch findet man hier auch Pantomime, Akrobatik und Musik.

Im Rahmen des diesjährigen Festivals durfte ich Festivalgründer Folke Tegetthoff ein paar Fragen stellen.

 


IM INTERVIEW MIT FOLKE TEGETTHOFF

Vom 11. Bis zum 16. Mai findet in Graz das Internationale Storytelling Festival statt. Worauf dürfen sich die BesucherInnen des Festivals freuen?

Auf die besten, außergewöhnlichsten und einzigartigsten Erzählkünstler aus 16 Nationen!

Das Festival findet dieses Jahr bereits zum 29. Mal statt. Was macht es für Sie besonders?

Dass wir in 29 Jahren nicht nur dieses sehr hohe Niveau, unseren sehr hohen Qualitätsanspruch halten konnten, sondern dass es uns – mit Hilfe unterschiedlichster Kriterien – immer noch gelingt, das Festival des jeweiligen Vorjahres zu toppen!

Als gebürtige Salzburgerin habe ich leider noch nicht viel von Graz gesehen. Wie viel märchenhaftes steckt eigentlich in dieser Stadt?

Wenn jemand meint, er könne in einer Stadt, welcher auch immer, etwas „märchenhaftes“entdecken, dann kann es sich nur um einen PR/Marketing Gag touristischer Berater handeln – wer in die Stadt der Liebe, nach Paris fährt, um dort die Liebe „zu entdecken“, wird maßlos enttäuscht sein. Denn es ist immer man selbst, der das Bild findet, um das er sich bemüht. Wer nach Graz fährt, um Sturm Graz zu huldigen, wird Graz eine Fußballstadt nennen, wer nach Graz kommt, um das Märchen zu finden – ja, der wird es finden, garantiert. Sehr mediterran, sehr bescheiden, nicht aufdringlich, offen zurückhaltend, charmant. Und ganz besonders kann man das zwischen dem 8. – 15. Mai erleben, wenn graz:ERZÄHLT …

Für das Geschichtenerzählen und verstehen braucht man oftmals ein wenig bis sehr viel Fantasie. Glauben Sie dass wir mehr Fantasie haben je älter wir werden, oder ist das ganze doch eher rückläufig?

Zunächst: Wir alle, ohne Ausnahme, erzählen ohne Unterbrechung und immerzu Geschichten. Es ist uns nur nicht bewusst. Denn wenn wir „reden“, dann geht es ausschließlich um eine Informationsübermittlung. Selbst bei einer profanen Antwort auf eine profane Frage („Wo finde ich bitte…“) erhoffen wir uns nicht eine stereotype „Nachricht“, sondern eine „personalisierte“, also eine vermenschlichte Antwort. Dies steht grundsätzlich sowohl beim Sprechenden, als auch beim Hörenden im Vordergrund, weil man mit Hilfe der Körpersprache und der Wortwahl, des Klanges „Wahrhaftigkeit“ zu vermitteln imstande ist. Und dazu benötigen wir als ganz wesentlichen Antrieb Fantasie. Die ist in unserer Kindheit ein riesiges Paket, das wir, je älter wir werden, immer mehr einschnüren. Warum? Weil wir der Ratio mehr und mehr vertrauen und meinen, diese beiden könnten nicht Hand in Hand gehen.

Bei GRAZ:ERZÄHLT stehen verschiedene Erzählkünstler aus der ganzen Welt auf der Bühne. Wie wichtig ist es für Sie in der heutigen Zeit den internationalen Charme des Festivals zu wahren?

Es ist die Basis! Die Internationalität halte ich heute für wichtiger denn je – wir waren sozusagen Vorreiter, 1988, als der österreichische Zaun noch sehr eng war, hatten wir ihn schon geöffnet. Heute gibt uns das Konzept recht!

Die Liste der Künstler wird vermutlich von Jahr zu Jahr länger. Wie finden Sie dennoch neue Geschichtenerzähler und Erzählkünstler?

Das ist eines der größten Probleme: Es gibt kaum „Nachwuchs“, schon gar nicht im deutschsprachigen Raum. Die meisten der hiesigen Erzähler kommen entweder aus der Nostalgie, oder aus der Esoterikecke – mit beiden habe ich nichts zu tun!

© Nikolaus Pfusterschmid

© Nikolaus Pfusterschmid

Das Erzählen und Zuhören spielt seit unserer Kindheit eine sehr große Rolle. Leider verliert das Ganze immer mehr an Bedeutung. Wie können wir das, Ihrer Meinung nach ändern?

Sich endlich der Bedeutung des Erzählens (und Vorlesens) für die Gesamtentwicklung von Kindern bewusst werden. Und dann: Sich täglich mindestens 2 Minuten Zeit nehmen, um seinem Kind eine Geschichte zu erzählen! (Siehe: www.geschichtenbox.com)

Ich bin ein großer Fan der klassischen Grimm-Märchen. Haben Sie als Märchenerzähler eigentlich ein Lieblingsmärchen?

Da ich um die Ursprünge der Grimm’schen Märchen weiß, habe ich dazu wenig bis keine Affinität. Natürlich sind sie wichtig, aber sie müssen auch ein Gegengewicht haben – und das ist das zeitgenössische Märchen. Das wäre so, als würde man heute noch mit der Kutsche von A nach B fahren wollen und das Auto (oder Zug und Flugzeug) verweigern. Mein Lieblingsmärchen ist „Des Kaisers neue Kleider“ von Andersen – für mich das beste Märchen, das jemals geschrieben wurde!

Noch eine letzte abschließende Frage hätte ich für Sie. Für all jene die bislang noch nicht zu Gast beim Festival waren: Was ist Ihrer Meinung nach der Hauptbeweggrund um GRAZ:ERZÄHLT zu besuchen?

Es gibt 7000 Musikfestivals, 4000 Theaterfestivals und 10000 Kabarettprogramme. Aber es gibt nur ein Storytellingfestival. Wer zutiefst bewegt, wer klug unterhalten werden und trotzdem aus ganzem Herzen lachen will (und nicht über die Schwächen anderer, sondern über die Stärken und das Können…) – der sollte kommen – er/sie wird es nicht bereuen, das kann ich versprechen!

© Nikolaus Pfusterschmid

© Nikolaus Pfusterschmid

SEID DABEI WENN GRAZ:ERZÄHLT

Vom 11. bis zum 16. Mai könnt ihr euch das Festival in Graz ansehen. Das komplette Festival-Programm findet ihr HIER! Ich bin natürlich auch mit dabei und darf am Samstag den „Story Marathon“ live miterleben. Würde mich natürlich sehr freuen auch einige von euch in Graz zu treffen.

INTERESSE ABER KEINE ZEIT?

Kein Problem!

Ihr könnt mir einfach auf Snapchat, Instagram oder Facebook folgen und bekommt so am Samstag einen kleinen Einblick wenn Graz:Erzählt. Oder aber ihr besucht das nächste Storytelling Festival in Oberösterreich, Wien oder Niederösterreich. Die genauen Daten zu den kommenden Veranstaltungen seht ihr weiter unten.

Infos zu Tickets und Programm erhaltet ihr auf der Website www.storytellingfestival.at und www.graz-storytellingfestival.at

WEITERE TERMINE DES INTERNATIONALEN STORYTELLING FESTIVALS

LINZ STORY

Oberösterreich

19. – 20. Mai

linz-storytellingfestival.at

MQ MAGIC OF STORIES

MuseumsQuartier Wien

19. – 20. Mai

wien-storytellingfestival.at

FABELHAFT!

Niederösterreich

19. – 20. Mai

fabelhaft-storytellingfestival.at

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